Was untersucht das IVV?

Forschung

Die Ziele unserer Forschung

Reichtum und Superreichtum analysieren und verstehen.

Das Ziel des Instituts für Vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie (IVV) ist es, die sozio-kulturellen, psychologischen und konkrethischen Eigenschaften des Bevölkerungssegments, das über enormen Wohlstand verfügt, zu verstehen und zu vergleichen.

Unser Forschungsrahmen umfasst drei verschiedene, jedoch miteinander verwobene Forschungsstränge:

Klassifizierung & Analyse

Globale Klassifizierung und qualitative Analyse von Multimillionären und Milliardären

Selbstwahrnehmung

Selbst- und Fremdwahrnehmung dieser von Multimillionären und Milliardären

Interkultureller Vergleich

Interkultureller Vergleich dieser Hochvermögenden in aller Welt

Interaktives Mindset

Analyse der intergenerativen Mindsets der Superreichen

Künstliche Intelligenz

Die Wechselwirkung zwischen Superreichtum und Künstlicher Intelligenz

Psychologie

Die Psychologie der Hochvermögenden

Gesellschaft

Gesellschaftliche Einstellungen gegenüber den Superreichen

Unser Fokus: Lebenswelten, Denkweisen und Wirkungen Hochvermögender im globalen Vergleich verstehen.
Was ist Vermögenskulturforschung

Wie funktioniert unsere Gesellschaft?

Im Zuge vieljähriger Untersuchungen haben wir Einblick bekommen in bisher vernachlässigte Bereiche, die wir als entscheidende Faktoren für das Verständnis dafür erachten, wie unsere Gesellschaft integrativ funktioniert. Das Bevölkerungssegment, das exorbitanten Wohlstand besitzt, hat enorme Verfügungsgewalt in unseren Lebenswelten. Aufgrund dieser Tatsache und dem sozialen Status, der damit einhergeht, haben diese Personen auch einen hohen Grad an strukturellem und politischen Einfluss – nicht nur langfristig, sondern auf einer täglichen Basis, auf das Leben anderer Personen in der Gesellschaft. Aus diesem Grund erscheint es ein unbedingt erforderliches Ziel sozialer Forschung zu sein, ein Modell zu entwickeln, das deren Verhalten und Handeln beschreibt, kategorisiert und erklärt. Das verstehen wir unter dem Begriff der Vermögenskulturforschung.

Allgemeine Struktur

Wie lässt sich Reichtum strukturieren?

Die Vermögenskulturforschung unterscheidet zwischen "(sehr) wohlhabenden" Hocheinkommensbeziehern und "reichen" respektive "superreichen" Vermögensbesitzern. Entscheidender als eine - kaum objektiv und werturteilsfrei zu realisierende - quantitative Grenzziehung ist im Rahmen der Vermögenskulturforschung die grundsätzliche Frage, was Reichtum und Superreichtum im Wesentlichen bedeuten. Als "reich" gilt in diesem Sinne, wer für die Bestreitung seines Lebensunterhalts nicht zwingend auf ein Erwerbseinkommen angewiesen ist. Während so verstandene "Reiche" noch in der (theoretischen) Gefahr leben, alles oder einen großen Teil ihres Vermögens wieder zu verlieren ("fragiler Reichtum"), kennzeichnen sich "Superreiche" durch eine praktische Sorgenfreiheit vor einer kompletten Vermögensvernichtung ("stabiler Reichtum").

Aktuelle Zahlen (2025):

Die globale Vermögenspyramide – Ein Blick auf die Verteilung der Superreichen

Die Grafik veranschaulicht die weltweite Verteilung von Personen mit besonders hohen Vermögen („High Net Worth Individuals“, HNWIs) und zeigt zugleich, wie sich diese Gruppen in Deutschland darstellen. Dargestellt ist eine Pyramide, die den Aufstieg von „wohlhabend“ bis „superreich“ symbolisiert – je höher die Stufe, desto geringer die Anzahl der Menschen, die ihr angehören, und desto höher ihr Nettovermögen.

High Net Worth Individuals (HNWIs)
Die Basis der Pyramide bilden die HNWIs – Personen mit einem Nettovermögen von mehr als 1 Million US-Dollar. Weltweit gehören rund 23,4 Millionen Menschen zu dieser Gruppe, in Deutschland sind es etwa 1,6 Millionen.

Upper High Net Worth Individuals (U-HNWIs)
Über dieser breiten Basis folgen die sogenannten U-HNWIs, deren Vermögen über 50 Millionen US-Dollar liegt. Global zählen etwa 426.000 Menschen dazu, in Deutschland knapp 29.000.

Superreiche
Ab einem Vermögen von über 100 Millionen US-Dollar spricht man von „Superreichen“. Weltweit existieren davon etwa 84.700 Personen, in Deutschland etwa 3.900.

Milliardäre
An der Spitze der Pyramide steht die kleinste, aber ökonomisch mächtigste Gruppe: die Milliardäre mit einem Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar. Global umfasst sie rund 3.000 Personen, davon etwa 130 in Deutschland.

Stabilität und Fragilität von Reichtum
Die Grafik unterscheidet zusätzlich zwischen „Reich“ (fragil) und „Superreich“ (stabil). Damit wird verdeutlicht, dass große Vermögen ab einer bestimmten Größenordnung deutlich resistenter gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen und Krisen sind. Während das Vermögen von HNWIs noch vergleichsweise volatil ist, gelten Superreiche und Milliardäre als finanziell besonders stabil.

6Begriffe zur Vermögensforschung kurz erklärt

Die Bezeichnungen gehen auf eine Erfindung von Prof. Dr. Thomas Druyen zurück. Der geschützte Ausgangsbegriff war die Vermögenskultur und die weiteren Bezeichnungen sind im Buch „Goldkinder“ zum ersten Mal definiert worden.

Die Begriffe der Vermögensforschung

Glossar

Vermögenskultur ist die Förderung und Pflege von materiellen und immateriellen Werten, von Beziehungen und Netzwerken zum Schutze der individuellen, familiären, gesellschaftlichen und globalen Zukunftsfähigkeit.

Die universitäre Vermögensforschung beschäftigt sich auf anonymisierter, quantitativer Ebene mit jener Klientel von Vermögenden, die oberhalb eines Kapitalvolumens von 500.000 und bis zu 50 Mio. US-Dollar verfügt. Neben den von der bisherigen Reichtumsforschung fokussierten Fragen nach der Verteilung ökonomischen Kapitals und deren Gerechtigkeit, analysiert die Vermögensforschung auch die Praktiken der Vermögensverwendung. Sie ist in diesem Sinne als empirische Sozialstrukturforschung zu verstehen, deren Fokus auf der Genese und dem Einsatz monetären Vermögens liegt.

Im Unterschied zur Vermögensforschung handelt es sich bei der universitären Vermögenskulturforschung um handverlesene, qualitative Forschungsarbeiten mit dem Fokus auf kulturellen, sozialen, philanthropischen und religiösen Aspekten. Im Zentrum des Interesses stehen jene Hochvermögenden, die sich oberhalb eines Kapitalvolumens von 50 Mio. US-Dollar (inkl. Milliardäre) bewegen. Die Forschungsinhalte beziehen sich auf die Analyse des gesellschaftlichen Engagements, sozialer Netzwerke sowie auf die Erforschung von Einstellungen und Lebensstilen.

Die Summe des wertschätzenden Umgangs mit bestimmten immateriellen Vermögenswerten wird unter den Begriff der Allgemeinen Vermögenskultur gefasst. Leitlinien einer solchen Vermögenskultur sind dabei einerseits die Besinnung auf die eigenen Tugenden und Potenziale und andererseits deren Erschließung für den gemeinschaftlichen Nutzen. Von einer Verwirklichung der Allgemeinen Vermögenskultur ist dann die Rede, wenn die verschiedenen Vermögen ineinandergreifen, miteinander vernetzt sind und synergetisch zusammenwirken.

Von der „Königsdisziplin“ der Vermögenskultur kann dann die Rede sein, wenn Geld, Geist und soziale Verantwortung zusammenkommen. Dies ist der Ausgangspunkt der Speziellen Vermögenskultur, die sich mit der Verantwortung einer kleinen Schicht von Hochvermögenden befasst. Hierunter ist Sozialunternehmertum ebenso zu fassen wie die Tradition des philanthropischen Engagements und das ethische Selbstverständnis einer komplexen und vernetzten Welt.n.

Die moralische Verankerung der Vermögensvorstellungen und die Weiterbildung unserer moralischen Verantwortung wird unter den Begriff der Vermögensethik gefasst. Dieser steht für die positive Beurteilung und Akzeptanz menschlicher Fähigkeiten und Werte sowie den guten Willen, die verschiedenen Vermögen zu schützen und zu fördern. Die Vermögensethik denkt also mehr aus dem Inneren des Menschen heraus und versucht, das Gute anhand seiner Potenziale und deren Verwirklichung zu deuten.

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